Landrat antwortet auf Kritik zur Krankenhausschliessung

Pressemitteilung: Landrat Engelhardt fühlte sich veranlasst mit einer eigenen Pressemitteilung (hier) auf die Kritik zur Ausdünnung der Gesundheitsversorgung im vorderen Odenwald zu antworten. Zuvor hatte DIE LINKE. Bergstrasse in einem Video (siehe unten) zur Kranzniederlegung am Luisenkrankenhaus das Vorgehen des Landrats scharf kritisiert. Der Landrat griff daraufhin den Lindenfelser Bürgermeister Helbig für seine Aussagen barsch an. Es ist für DIE LINKE. nicht nachvollziehbar, dass jedwede Kritik an Entscheidungen des Kreises und auch des Landes zum persönlichen Anprangern führt. Es ist vollkommen legitim seitens Bgm. Michael Helbig negative Entwicklungen innerhalb seiner Gemeinde, nach Schließung des Luisen-Krankenhauses, aufzuzeigen und seine Meinung kund zu tun.

Bürgermeister Helbig (Lindenfels) vorführen zu wollen ist nicht gerechtfertigt!

Zum Jahrestag der Schließung der Odenwälder Klinik wurde seitens Helbig insbesondere der Trauer der ortsansässigen Bevölkerung Platz eingeräumt und auch der Hinweis, dass die Rettungs-Hubschraubereinsätze nach Schließung der Luise zugenommen haben, ist eine Aussage, die nun mal auf Erfahrung und Kenntnis der örtlichen Vorgänge beruht“, so Kreistagsabgeordnete Christiane Hennrich.

„Kleinere Kliniken in ganz Deutschland werden weiterhin geschlossen, die Gesundheitsversorgung gerade in der ländlichen Region wird rigoros dem Profit geopfert. Jedoch an der Bergstraße, Standort Heppenheim, werden bis zum Jahr 2020 fünfzig Millionen Euro investiert. Die kleine Version einer Krankenhaustruktur >Luise-Light< hingegen war selbst eine im Antrag von DIE LINKE formulierte Bürgschaft von 3 Millionen zu viel. Gerade unter diesem Aspekt ist es verständlich, wenn Bürgerinnen und Bürger, nebst den ehemals 118 Beschäftigten des Luisen-Krankenhauses und allen voran der Bürgermeister, aus Ihrer Kritik gegenüber Kreis und Land keinen Hehl machen.

DIE LINKE möchte man wohl bei dieser Gelegenheit hinten runterfallen lassen, denn nicht nur Helbig (SPD-Bürgermeister) sprach mahnende Worte zum Jahrestag der Schließung, auch wir resümierten ungeschminkt über die von der Politik geschaffenen Fakten. Fraktion und Bundestags-Direktkandidat Sascha Bahl (DIE LINKE) blicken weiterhin mit Besorgnis auf die Verödung der ländlichen Strukturen im Zusammenhang mit Fachärztmangel, Praxen-Schließung aus Altersgründen und einem deutschlandweiten Kliniksterben. Zudem ist der Versuch die ländliche Bevölkerung an Zustände gewöhnen zu wollen und ihnen einzureden, dass weite Strecken und eine lückenhafte Grundversorgung der Preis für das Leben auf dem Lande sei, mehr als zynisch. Auch wird dabei immer ignoriert, dass es im Alter eben nicht mehr ein leichtes ist weite Anfahrten zu Fachärzten und Klinken, mit einem mangelhaft ausgebauten ÖPNV, zu bewältigen. Zudem dürfte selbst dem Laien klar sein, dass bei Akuterkrankungen eine längere Anfahrt, auch mit dem Rettungswagen, für manchen Odenwälder mit wesentlich mehr Risiko behaftet ist. Ein Pflaster über die schmerzliche Entwicklung soll nun ein aus der Not geborenes Lindenfelser Medizinisches Versorgungszentrum darstellen, welches weder Betten bereithält, noch alle notwendigen Gerätschaften, die in einem Klinikbetrieb nun mal eine Selbstverständlichkeit darstellen. Zum Landratswahlkampf sprach Engelhardt von der Schaffung eines MVZ-Plus (das Plus beinhaltet das Vorhalten von Betten), was sich jedoch als ausschließlicher Wahlkampfslogan entpuppte.

Auch wenn es Landrat Engelhardt nebst Beigeordneter Diana Stolz nicht erfreuen mag, so ist und bleibt es die Pflicht eines jeden Politikers und auch Bürgermeisters die Probleme beim Namen zu nennen, worauf ein öffentlicher Diskurs in Folge nur noch die Kür darstellt“, so Hennrich abschließend.

 

Bezugnehmen auf unsere vorherige Pressemitteilung dazu:

Video – Bahl spricht von der „Trostpflaster-Methode“

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