Meine Bewerbung für die hessische Landesliste zur Bundestagswahl 2017

Liebe Landesvorsitzenden,
liebe Genossinnen und Genossen des Landesvorstandes und des Landesverbands der LINKEN Hessen, hiermit bewerbe ich mich für die hessische Landesliste zur Bundestagswahl 2017 für Platz 8.
Mein Name ist Sascha Bahl und ich bin am 26.05.1976 in Bad Oeynhausen geboren. Ich lebe mit meiner Frau Simone im südhessischen Mörlenbach im schönen Kreis Bergstraße. Beruflich bin ich als Berater und Projektleiter für betriebswirtschaftliche Lösungen unterwegs und führe für unsere Kunden Software für unternehmensweite Ressourcen Planung (Enterprise Resource Planning /ERP) ein.

Wie ich zur Politik gekommen bin

Es war eine Aufeinanderreihung von Schlüsselmomenten, die mich zur aktiven Poltik gebracht haben. Als man die ersten Male Fernsehwerbung für Fitness-Apps sehen konnte, hatte ich schon einige Zeit zuvor mein eigenes Fitness- und Ernährungsportal samt Businessplan fertig gestellt. Durch die Finanzkrise 2008/09 waren die Banken sehr restriktiv in der Kreditvergabe, so dass mein Projekt trotz guter Ideen und vielen Lorbeeren an der Finanzierung scheiterte. Damals begriff ich, dass der eigene Aufstieg vom Kapital anderer Leute abängig ist. Ich hatte meinen Job dafür aufgegeben, lebte von Arbeitslosengeld  und stand einige Tage vor meinem Hartz IV Antrag. Ich kannte mich in der Volkswirtschaft aus und wusste bei der Betrachtung meines Rentenbescheides, dass ich trotz qualifizierter Beschäftigung eine armselige Rente erwarten durfte. Im Prinzip war es Glück, dass ich die richtigen Potentiale und die passende Ausbildung hatte um schnell wieder eine Arbeit zu finden. Jedoch haben seit langer Zeit Millionen von Menschen in diesem Land dieses Glück nicht. Der Aufstieg in dieser Gesellschaft bleibt den meisten verwehrt. Jeder 2. wird sich in Altersarmut wiederfinden. Die sozialen Verhältnisse werden gravierend schlechter und ziehen besorgniserregende Parallelen zur Zeit vor dem 2. Weltkrieg und dem Aufstieg des Faschismus. Nur meine eigene Situation zu verbessern hatte für mich keinen Sinn. Mit meinem Antrag zur Mitgliedschaft in der Partei DIE LINKE. 2014 wollte ich die Situation aktiv für alle Menschen helfen zu verbessern.

Arbeit in der Partei und darüberhinaus

In der Partei bin ich recht schnell eingebunden gewesen als Delegierter des Landesrates, des Landesparteitages, beratendes Mitglied des Landesvorstands und seit 2015 auch im Vorstand des KV Bergstraße. Sehr aktiv habe ich den Landratswahlkampf und den Kommunalwahlkampf begleitet und in dieser Zeit auch zahlreiche Vortrage zu volkswirtschaftlichen Zusammenhängen gehalten. Durch meine Pressearbeit habe ich zudem vielen Menschen eine alternative Perspektive aufzeigen können und zahlreiche positive Resonanz bekommen. Darüberhinaus bin ich beim DGB aktiv geworden, Mitglied bei Ver.di, Mitglied im Netzwerk Plurale Ökonomik e. V. und Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr. Ich konnte zahlreiche Kontakte zu bekannten Publizisten aus linken Wirtschafts- und Gesellschaftsmedien knüpfen, sowie zu einflussreichen sozialgesellschaftlich linksorientierten Vereinen und bekannten Rebellinnen des Hartz IV Regimes. Mein Kreisverband unterstützt meine Bewerbung unter anderem durch meine Wahl zum Direktkandidaten für den Bundestag für unseren Wahlkreis.

Wofür ich mich einsetze

Unsere Sicht auf die Welt und die damit verbundenen Gestaltungsmöglichkeiten, sowie unsere Perspektive und Chancen sind maßgeblich von den politischen Rahmenbedingungen und dem ökonomischen System abhängig. Während die herrschende Politik der Überzeugung ist, dass sich der Mensch den ökonomischen Bedingungen anpassen muss, bin ich der Überzeugung, dass wir selbst die Ökonomie zu unser aller Vorteil gestalten und anpassen müssen. Das derzeitige neoliberale Wirtschaftsmodell hat die Grundlage für den schon länger aufkeimenden Rechtspopulismus gelegt. Als dringend erforderlich halte ich das Ändern des neoliberalen Wirtschaftsmodells in ein keynesianisch orientiertes Wirtschaftsmodell. Dazu gehört die vollständige Rückabwicklung der Agenda 2010 und dieser Linie nachfolgenden Gesetzesbeschlüsse. Die Politik muss ihren Einfluss geltend machen und die Tarifautonomie wieder in ein Gleichgewicht bringen, das es erlaubt weitaus höhere Lohnabschlüsse zu erzielen als in der Vergangenheit geschehen (>5,5%). Gleichwohl es für die europäische Währungsunion bereits zu spät zum Umdenken ist, setze ich mich für den Abbau der exorbitanten Aussenhandelsungleichgewichte ein um die Binnenwirtschaft so zu stärken, dass ein Zerfall oder eine Auflösung des Euro-Währungssystems den folgenden wirtschaftlichen Einbruch abmildern kann. Der Wettbewerb der Nationen muss sein Ende finden.
In der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ der Vereinten Nation von 1948 heisst es: „Jeder Mensch hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf angemessene und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz gegen Arbeitslosigkeit […]“. Dies findet sich auch im Artikel 1 der Europäischen Sozialcharta (ESC) wieder: „Jedermann muss die Möglichkeit haben, seinen Lebensunterhalt durch eine frei übernommene Tätigkeit zu verdienen“. Diesen grundlegenden Menschenrechten fühle ich mich verpflichtet und werde meinen Beitrag dazu leisten im Sinne der Menschen dieses Grundrecht durchzusetzen. Das katastrophale Sozialsystem, welches die Opfer der gescheiterten Wirtschaftspolitik aufnimmt muss als solches anerkannt werden und auf eine menschenwürdige Grundlage angehoben werden. Ich setze mich für ein umlagebasiertes Rentensystem ein in das jedes Einkommen von jeder Person einbezogen wird und ein menschwürdiges Leben in wirtschaftlicher Sicherheit möglich wird. Die Schuldenbremse muss aus der Verfassung getilgt werden um massive antizyklische öffentliche Investitionsprogramme zur Unterstützung der Binnenwirtschaft und Schaffung von Arbeitsplätzen zu ermöglichen. In einem weiteren Schritt müssen Unternehmen wieder zu produktiven Schuldnern und Dienstleister der Gesellschaft werden. Die ökonomischen Rahmenbedingungen müssen dabei so gesetzt werden, dass die Ökologie bestmöglich geschützt und im Wiederaufbau unterstützt wird.

Meine Positionen, Artikel und Dokumentation meiner Arbeit findet ihr auch auf meinem Blog sascha-bahl.eu, sowie Aktuelles auch auf meinem Facebook-Profil: https://www.facebook.com/sascha.bahl.linke/

Ich freue mich über konstruktives Feedback und Fragen von euch.

Mit solidarisch besten Grüßen
Sascha Bahl

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