Soziales Ungleichgewicht an der Wurzel behandeln

Die Hilfsorganisation Oxfam weist mit ihrer Studie zum Start der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums auf die eklatant wachsende soziale Ungleichheit hin. Sascha Bahl, der Spitzenkandidat der Linken für die Kreistagswahl im Kreis Bergstraße am 6.3., nimmt diese Gelegenheit war um für eine Lösung dieses Problems zu werben.

Wertschöpfung

Während Oxfam die Ursachen vor allem in der unzureichenden Besteuerung der Vermögen sieht, ist Bahl ganz anderer Meinung: „Der Grund dafür ist die weltweite Anwendung neoliberaler Wirtschaftstheorien. Die Folge ist die Verschiebung der Lohn- zur Gewinnquote zugunsten der Kapitaleigner. Neben Zinsen, Mieten und Pachten stellt dies die wichtigste Verteilung der Wertschöpfung dar, über die sich, gemäß  Tarifautonomie, die Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften zu einigen haben. Die abhängig Beschäftigten erhalten durch das stetige Sinken der Lohnquote nicht genug Geld um die Produkte, die sie hergestellt haben, anschließend auch kaufen zu können. Die Lohnquote lag Anfang der 1980’er Jahren noch bei 76% und liegt heute bei nur noch 66%. Infolgedessen ist auch die Nachfrage rückläufig. Wir können diesen Effekt derzeit in der weltweiten Krise beobachten, die in Wirklichkeit einer Nachfragekrise entsprungen ist.“

Verteilung

Die Verteilung über das Steuersystem vorzunehmen müsste der Staat nicht, wenn die Verteilung über den Arbeitsmarkt funktionieren würde. Die von SPD und B90/ Die Grünen umgesetzte Agenda2010 hätte vor allem dafür gesorgt, dass die Lohnquote erheblich abgesenkt wurde. „Im Kreis Bergstraße hat die CDU mit Landrat Christian Engelhardt den Unternehmen empfohlen mehr auf den Export zu setzen, trotz dessen, dass schon die Hälfte des Umsatzes Bergsträßer Unternehmen über den Export erzielt werden. Weil die CDU natürlich genau weiß, dass nach DGB Angaben 49% aller Arbeitsverhältnisse A-Typische Beschäftigungsverhältnisse (befristet, Teilzeit, Leiharbeit, Werkverträge, Minijobs) im Kreis Bergstraße sind. Und damit können sich die Menschen ihre eigenen Produkte nicht mehr leisten.

Investitionen

Die Produktionsüberkapazitäten fließen ins Ausland ab, wo sie wiederum Arbeitslosigkeit erzeugen. Gerade jetzt brauchen wir Investitionen des Staates und eine völlig andere Arbeitsmarktpolitik. Daher setzen wir uns mit den Gewerkschaften im Kreis für ein Umdenken in der Wirtschaftspolitik ein und unterstützen mit unseren politischen Forderungen im Kreis und im Land Hessen die Gewerkschaften um das soziale Ungleichgewicht schon an der Wurzel zu behandeln. Im Arbeitsmarkt.“, führt Sascha Bahl aus, der über dieses Thema in der Region schon einige Male, auch bei den Gewerkschaften, referierte.

 

 
Dieser Artikel ist aktuell auch hier erschienen:

http://ueberwaldpress.de/soziales-ungleichgewicht-an-der-wurzel-behandeln/

Und hier:

Viernheimer Nachrichten

 

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