Bahn: der nächste Tarifabschluss, der eine Katastrophe für Europa ist

Die GDL hat sich nun mittels Schlichtung mit der Bahn geeinigt. Ab 1. Juli gibt es 3,5% mehr Lohn und ab 1. Mai 2016 1,6%. Bei einer Laufzeit von 15 Monaten bis zum 30. September 2016.
Dies war ein harter Kampf und alle Seiten freuen sich, dass er nun beendet ist. Durch den ständigen Druck der Medien auf die Gewerkschaft wurde ein öffentliches Bild erzeugt, der die Arbeitnehmer mit Raubrittern gleichsetzt. Dank der Medienberichterstattung kennt nun auch jeder Claus Weselsky. Aber wer kennt eigentlich den Verhandlungsführer der Deutschen Bahn? Ulrich Weber heißt er und ertränkt anders als Claus Weselsky keine kleinen Katzenbabies, überspitzt ausgedrückt.

Nach Faktenlage ist dieser Tarifabschluss wieder eine Katastrophe. Ich schreibe es, wie es ist, ohne die Bemühungen des harten Arbeitskampfes damit schmälern zu wollen. Nach der Goldenen Lohnregel brauchen wir jedes Jahr 3,5% mehr Lohn um eine ausgeglichene Außenwirtschaft führen zu können, wie es im Grundgesetz und in den EU-Gesetzen verankert ist. 1,5% mehr Lohn für die Produktivitätssteigerung und 2% mehr Lohn für die Zielinflationsrate. Zusammen 3,5%. Pro Jahr möchte ich dazu anmerken.

Nach meinen Informationen [1] ist der letzte Tarifvertrag zum 1. Juli 2014 ausgelaufen. Seit dem gab es keine Lohnsteigerungen. Erst wieder ab 1. Juli 2015. Um ein realistischeres Bild zu bekommen rechnen wir die 3,5% Lohnsteigerung vom 1. Juli 2014 bis 1. Mai 2016. Sind zusammen 23 Monate. 3,5 geteilt durch 23 mal 12. Dann haben wir annäherungsweise eine Reale Lohnsteigerung von 1,8%!

Ab 1. Mai 2016 gibt es dann 1,6% mehr Lohn. Zwar ist die Laufzeit nur noch bis 30. September 2016, aber der nächste Arbeitskampf dauert vielleicht wieder ein Jahr. Und dann schmelzen diese 1,6% wieder zusammen. Das ist sehr weit entfernt von 3,5% die wir in der gesamten Volkswirtschaft an Lohnsteigerung brauchen. Und damit rückt das Ende der Euro-Währungsunion wieder ein Stück näher. Denn, wenn wir nicht schleunigst einen mehr wie ausgeglichenen Außenhandel schaffen, reissen wir Länder wie Griechenland, Italien, Portugal oder Frankreich immer weiter in den Abgrund.

Quellen:
[1] http://www.deutschebahn.com/de/konzern/im_blickpunkt/2765826/tarifabschluss_gdl_20120724.html

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