Der Nonsens der beschäftigungsorientierten längerfristige Tarifpolitik der Gewerkschaften

Ich habe meinen Artikel auf der Facebook Seite der EVG gepostet. Mal sehen was sich entwickelt. Grundsätzlich möchte ich darauf hinweisen, dass die vergangen Tarifabschlüsse völlig inakzeptabel sind und unserer Wirtschaft, sowie Europa schaden. Leider haben sich die großen Gewerkschaften seit vielen vielen Jahren zu eigen gemacht einen neoliberalen Kurs zu fahren. Bloß nicht zu viel verdienen, weil sonst Arbeitslosigkeit entsteht. Dieser Irrglaube, der eine sehr große Verbreitung gefunden hat, fusst auf der Annahme, dass Arbeit mehr nachgefragt wird, je billiger sie ist. Was für ein abstruser Stuß. Völlig ausgeblendet wird dabei, dass die Nachfrage nach den erzeugten Produkten von denen kommen, die sie herstellen. Ich weiß nicht, warum die Gewerkschaftsspitzen einfach nicht schlauer werden. Und ich frage mich wer die wählt. Wahrscheinlich von Menschen, die Jahrelang diesen Mist durch die Medien vermittelt bekommen haben.
Gerade habe ich einen Text gefunden, der beleuchtet, wie die Gewerkschaften über Jahrzehnte Deutschland dazu verholfen haben an der Spitze der Exportnationen zu stehen.

Auszug: so ließ sich die IG Metall, gemeinsam mit den anderen beteiligten Gewerkschaften, nun auf „eine beschäftigungsorientierte und längerfristige Tarifpolitik“ verpflichten, bei welcher „der sich am Produktivitätszuwachs orientierende, zur Verfügung stehende Verteilungsspielraum vorrangig für beschäftigungswirksame Vereinbarungen genutzt“ werden sollte

Das ist grausame Naivität. Die erhöhte Produktivität sollte also nicht länger für Lohnsteigerungen verwendet werden, sondern zu mehr Einstellungen. Wo ist daran der Fehler? Nun, wenn ich mehr Güter produzieren muss ich auch genau zeitgleich eine erhöhte Nachfrage haben um das Zeug auch verkaufen zu können. Wenn die Nachfrage aber nicht erhöht wird, sondern sogar noch sinkt, da weder das Einkommen der Beschäftigten noch die Aussicht auf höheres Einkommen die höhere Nachfrage erzeugen konnte, warum sollte der Unternehmer dann neue Leute einstellen? Er wird es nicht. Daher muss eine Nachfrage immer zuerst da sein. Wenn der lohnabhängig Beschäftigte mehr Geld verdient, erzeugt dieser schon von ganz allein die Nachfrage und gerechtfertigt damit einen höheren Output der Wirtschaft. Die Statistiken zeigen ein seit Jahren unbeindrucktes Arbeitsvolumen. Es ist also überhaupt nicht mehr Arbeit entstanden. Diese wurde nur auf mehr Köpfe verteilt und damit eine Verelendung ganzer Bevölkerungschichten in Kauf genommen.

Mal ganz davon abgesehen, dass wir Europa damit wohl zerstören werden, da eine solche exportorientierte Volkswirtschaft eine Verschuldung des Auslandes braucht.

Ich weiß nicht, warum das niemand kapiert.

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